23.10.2017 -
offener Brief an den Chefredakteur des Wiesbadener Kuriers

Sehr geehrter Herr Schröder,
ein trauriger Tag für den Rheingau – schreibt Ihre Frau Dietel. Da hat sie recht, weil eine Rheingauerin mal wieder die Realität ausblendet und ihr grünes Gedankengut ausbreitet.

Anstatt sich mit den vielen betroffenen Bürgern zu freuen, dass unserem Landstrich das Schicksal von Hunsrück, Ostfriesland und Sachsen-Anhalt erspart bleibt, bedauert sie einen geldgierigen Windrad-Konzern, der die Reißleine gezogen hat, und beschimpft das Regierungspräsidium, das pflichtgemäß die eingereichten Unterlagen zu prüfen
hat und sie mehrfach für unzureichend befunden hat.

Traurig ist auch, dass durch den ausgefallenen Anhörungs-Termin von den mehr als 120 Einwendern nicht fundiert dokumentiert werden konnte, wie fehlerhaft, unrichtig und parteiisch die Gutachten von Abowind waren. Es ist verwunderlich, wie ein großer Konzern solche leicht auszuhebelnde Gutachten vorlegen konnte.

Experten aus verschiedenen Bereichen und Kenner des Geländes hatten in ihren Eingaben die oft grob fehlerhaften Angaben des Projektierers so ad absurdum geführt, dass der RP nie eine Genehmigung hätte aussprechen können. Nicht die angegebenen Gründe von Abowind haben zum Rückzug in Stephanshausen geführt, sondern die nicht gegebene Windhöffigkeit entgegen früherer Angaben, unhaltbare Aussagen im tierökologischen Gutachten und völlig abwegige Darstellungen der vorgelegten Sichtachsen-Studie. Und da beklagt Frau Dietel auch noch ein
Übergewicht des Denkmalschutzes!!

Frage an die klimaschutzbesessene Frau Dietel:
Mit den z.Zt. in Deutschland vorhandenen 28000 Windrädern wurden wie viel g/kg/to Kohlendioxid der Athmosphäre entzogen bzw. erspart?
Antwort: 0.00 !!! Vielmehr sind die Emissionen von CO2 gestiegen!

Muss der Zeitungsleser der Region solche einseitige Entgleisungen ertragen?
Werden Sie diesen Brief veröffentlichen?

P.S. Der Leser Ihrer Zeitung hat den Anspruch, ausgewogen über solch wichtige
Entscheidungen informiert zu werden. Audiatur et altera pars!

Mit freundlichem Gruß
Gerhard Gänsler
1. Vorsitzender