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Das liebe Geld

Wenn die Stadt Eltville Geld aus Windrädern erhalten will, muss sie ihr Land, also den Stadtwald, verpachten, hierfür erhält sie dann Pachteinnahmen.

Dazu bedarf es jedoch eines Investors, der auf diesen Flächen Windräder betreiben möchte. Da der Investor aber das Risiko trägt, wird er jeden Standort sehr genau prüfen.

Standorte im Wald verursachen wegen der schwierigen Erschließung allerdings deutlich höhere Kosten als auf dem freien Feld. Außerdem basieren die Windkarten des Regionalplans Südhessen einzig und allein auf theoretischen Schätzumgen.

Konkrete Messungen wurden bisher im Stadtwald von Eltville niemals durchgeführt.

Sicher ist aber, dass die Winderträge in unserem Wald am unteren Ende der Möglichkeiten liegen, im Rheingau gibt es keine optimalen Standorte für Windkraftanlagen. Dies wurde sogar durch die Aussage eines regionalen Windanlagen-Betreibers bestätigt, er sagte „ Im Rheingau weht doch gar kein ausreichender Wind!“. Dies entspricht auch den bisherigen theoretischen Schätzungen.

Bei Windgeschwindigkeiten von 4 und 5 m/s, so wie sie bei uns im Rheingau vorkommen, leisten Windräder gerade mal ein Achtel der installierten Leistung.

In Deutschland macht ein Drittel aller Windräder massive Verluste. Ein weiteres Drittel kommt gerade mit einer schwarzen Null aus. Nur ein Drittel aller Windkraftanlagen wirft Gewinne ab. Wir fragen uns, wie würde dieses Szenario ohne die jährlichen Subventionen von 23 Milliarden Euro für erneuerbare Energien aussehen ? Diese Verlust-Aufstellungen stammen übrigens nicht aus der Feder von Windkraftgegnern, sondern vom Bundesverband der Windanlagenbetreiber!

http://www.swr.de/-/id=14144924/property=download/nid=7446566/1nw0rxe/index.pdf

Dieser führt weiter aus, dass die Anleger in den Jahren 2002 bis 2011 Ausschüttungen im Durchschnitt von 2,5% p.a. erhalten haben. Bei dieser Gewinnrechnung sind die windreichen Standorte an der Küste mitberücksichtigt, ohne diese Anlagen ist die Bilanz für das Binnenland negativ. Das bedeutet: Nach Steuern und Inflation verlieren die Anleger Geld.

Die "Einspeisevergütung", die der Betreiber erhält, haben Sie, die Bürgerinnen und Bürger, schon mehrfach über Ihren Strompreis bezahlt. Ganz wichtig ist: Die Gewinne schwanken sehr stark mit dem Wind. 10% mehr oder weniger Wind entscheiden, ob in einem Jahr Gewinne oder Verluste gemacht werden.

Einige Gemeinden in Rheinland-Pfalz mit neuen, windertragsabhängigen Verträgen befinden sich wegen fehlender Pachtzahlungen in rechtlichen Auseinandersetzungen mit Windrad-Betreibern. Sie fordern den Abriss unrentabler Windräder. Ursache hier: zu optimistische Windprognosen !

Wollen Sie für zweifelhafte Gewinne tatsächlich unseren Wald unwiederbringlich opfern ? Windräder im Wald beeinflussen unsere Forstwirtschaft negativ, Jagdpachten werden reduziert oder entfallen.

Würde die Stadt selbst in Windrädern im Rheingau investieren, müsste die Stadt allerdings auch für die Verluste gerade stehen. Und Verluste können aufgrund der schwierigen Erschließung und der fraglichen Winderträge durchaus zur Realität werden.

In unserer industrialisierten Welt gibt es immer weniger Bereiche, die weitgehend unberührt sind. Wir im Rheingau haben die B 42, die Bahn, den Fluglärm, dies ist eigentlich genug. Jetzt sollen, obwohl es an anderer Stelle geeignetere Flächen gibt, die letzten noch unberührten Bereiche, unser Wald, mit Industrieanlagen bestückt werden.