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Leserbrief zum bevorstehenden Vertreterbegehren in Eltville

Acht bis neun Windräder könnten angeblich den gesamten Stromverbrauch in Eltville decken. Eine Mogelpackung und das Gegenteil von ”Versachlichung der Diskussion”. In der Realität können Windräder nämlich nicht einmal die Stromversorgung eines einzigen Hauses sicherstellen, da sie unzuverlässig sind und öfter stillstehen. Für diese Fälle muss Ersatz mitgeführt werden. Man benötigt für 100% der Leistung ein zweites Stromversorgungssystem. Dieses zweite System muss auch die Netzstabilität regulieren und die schwankende Einspeisung der Windräder ausgleichen. Windkraft funktioniert nicht ohne Parallelsystem. Dessen enorme Kosten lassen die Windkraftbefürworter gerne unter den Tisch fallen und behaupten, Windstrom sei günstig und würde immer billiger. Das Gegenteil ist der Fall. Im vergangenen Dezember ist die Einspeisevergütung um 25% erhöht worden.

Das reicht nicht.

Die Windenergiebranche schreibt trotz immenser Subventionen Verluste und ist ein Milliardengrab geworden. Siemens-Energy benötigt aktuell ein Hilfspaket in Höhe von 15 Milliarden €. Wer zahlt das alles, einschließlich der Pacht, die der Stadt Eltville in Aussicht gestellt wird?

Natürlich der Steuerzahler und der Stromkunde, dem dieses Geld aus der Tasche gezogen wird. Windkraft ist der Preistreiber für den Strom in Europa. Die höchsten Preise gibt es in Deutschland und Dänemark mit den höchsten Anteilen, die niedrigsten Strompreise in den Ländern mit dem geringsten Anteil Windenergie. Soweit die technische und ökonomische Betrachtung einer Stromerzeugungsvariante, die ohne Subventionen bedeutungslos wäre. Die massiven weiteren Schädigungen und Beeinträchtigungen von Natur, Umwelt und Landschaft durch gigantische Windräder mit fast 250 m Gesamthöhe auf 1.300 Kubikmeter Beton sollen unerwähnt bleiben, obwohl sie allein schon für die Ablehnung ausreichen. Man müsse seinen Anteil zum Gelingen der Energiewende beitragen, die unstrittig sei, heißt es. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass dieser Totalumbau der Energieversorgung weder seinen Zweck erfüllen wird, noch überhaupt machbar ist.


Deutschland soll bis zum Jahr 2030 bereits 65% seiner CO2-Emissionen reduziert und bis 2045 sogar 0% erreicht haben. Dazu muss nicht nur der Strom, sondern auch Verkehr und Heizung komplett auf ”erneuerbare Energien” umgestellt werden. Zusätzlich müssten noch etliche Industrieprodukte wie beispielsweise Stahl und Zement emissionsfrei mit Wasserstoff hergestellt werden, der auch durch ”grünen“ Strom erzeugt werden soll. Ein gewaltiger, fundamentaler Umbruch.


Windräder müssten dabei den Löwenanteil der Stromerzeugung übernehmen. Der heutige Anteil der Windkraft am gesamten Energieverbrauch Deutschlands liegt aber nur bei rund 7%. Er wäre um ein Vielfaches zu steigern. Das Problem dabei: Windräder liefern nicht bedarfsgerecht, sondern zufällig, gelegentlich über Tage und Wochen deutschlandweit kaum etwas. Heute wird dieses Problem dadurch gelöst, dass ein kompletter Ersatzpark mit fossilen Energieträgern und den entsprechenden Emissionen einspringt, wie es bereits für die abgeschalteten emissionsfreien Kernkraftwerke nötig wurde, eine unfassbare kontraproduktive Absurdität. Die Kosten für den Ersatzpark gehören selbstverständlich zur Preiskalkulation der Windkraft, was deren Befürworter regelmäßig ausblenden.

Fossiler Ersatz ist zukünftig nicht mehr gewollt, also müssen Energiespeicher her. Die einzig realistische Option dafür ist eine Schleife von Grünstrom zu Wasserstoff und zurück zu Strom. Dabei geht 75% der Energie verloren. Zum Ausgleich müsste die Erzeugung also vervierfacht werden mit vierfachen Kosten. Dazu müssten noch mehr Windräder aufgestellt werden. Für den gesamten komplexen Weg der verschiedenen ”Wenden” bis hin zu null Emissionen existiert kein detaillierter Ablaufplan. Man hat Ziele formuliert, ohne zu wissen, wie man sie erreichen kann. 

 

Der Start einer irrationalen ”Energiewende” ins Blaue hinein ist das Eine. Schlimmer noch ist die Tatsache, dass sie selbst bei erfolgreicher Umsetzung keinerlei messbare Auswirkung auf das Klima hätte, selbst wenn die Behauptung vom allein menschengemachten Klimawandel stimmen würde, was viele Fachwissenschaftler bezweifeln. Emissionen, die in Deutschland eingespart werden - ohnehin weniger als 2% des weltweiten Volumens - erfolgen dann halt anderswo, beispielsweise in China oder Indien, wo die Kapazitäten kräftig ausgebaut werden. Die Anbieter von Kohle, Öl und Gas, die uns beliefern, lassen ihre Schätze nämlich nicht im Boden, falls Deutschland sie nicht will, sondern verkaufen diese kaum 2% der Förderung anderen Abnehmern und schon ist die deutsche Energiewende für die Katz. 

Vorreiter sind wir nicht, im Gegenteil. Niemand folgt uns und man bescheinigt uns die dümmste Energiepolitik der Welt. (Wallstreet-Journal) Es gibt noch eine Reihe weiterer gravierender Probleme mit und wegen der dysfunktionalen Energiewende, die hier gar nicht erwähnt werden sollen. Jedes neue Windrad verschlimmert das Dilemma. Das undurchdachte Vorhaben mit Kosten im Billionenbereich und ruinösen Folgen für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland rettet nicht etwa die Welt, sondern ist für das Klima irrelevant. Das zeigen die Fakten jenseits von Panikmache und Wunschdenken. Was bleibt, ist ein riesiges potemkinsches Dorf aus falschen Annahmen, fehlerhaften Prognosen, physikalischer Ignoranz und fehlender Wirtschaftlichkeit. Für eine undurchdachte, unbezahlbare, unwirksame, ideologiegetriebene Energiewende mit katastrophalen Folgen sollten die Rheingauer ihre Höhen auf keinen Fall verschandeln lassen. Man mag anderer Ansicht sein, jedoch sind die hier aufgestellten Tatsachenbehauptungen korrekt und überprüfbar. Möge sich jeder ein eigenes Bild machen.


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